DR. MED. HENRICH
PROVEGAN STIFTUNG
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Newsletter ProVegan: Ausgabe 10/2022

«Vegan leben und weniger fliegen fürs Klima – warum die Vorschläge der Uni Leeds unrealistisch sind»

«Kommen wir zur Ernährung: Diese größtenteils auf pflanzliche Lebensmittel umzustellen, ist für viele Menschen wohl undenkbar. Wenn dann noch die Milchprodukte wegfallen, wie es die Studie ebenso fordert, verringert sich die Auswahl an Lebensmitteln ungemein. Zugegebenermaßen könnte der eine oder andere den Fleischkonsum reduzieren – und wenn er es für seine eigene Gesundheit tut. Denn abgesehen von den vielen Tieren, die für unseren Fleischkonsum sterben müssen, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) einem Erwachsenen ohnehin, weniger als 600 Gramm Fleisch pro Woche zu essen.

 

Wer sich vegan ernährt, muss zudem schauen, dass er alle wichtigen Nährstoffe bekommt. Also wie viele Menschen wären bereit, ihre Nahrung derart radikal zu ändern? Auch dieser Vorschlag ist – zumindest für große Teile der Bevölkerung – nicht realistisch.»

 

Anmerkung: Es ist richtig, dass eine vegane Ernährung für die Mehrheit der Bevölkerung unrealistisch ist. Dies habe ich im Laufe der Jahre leider lernen müssen. Früher bin ich immer davon ausgegangen, dass alle Menschen genauso gestrickt sind wie ich und neue vorteilhafte Erkenntnisse sofort umsetzen. Dem ist aber nicht so. Allerdings wird eine vegane Ernährung immer unrealistischer, wenn ahnungslose und inkompetente Journalisten wie Nicolas Kaufmann vom STERN Unfug verbreiten. So ist es Blödsinn, dass eine vegane Ernährung «die Auswahl an Lebensmitteln ungemein verringert». Es fallen lediglich Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Eier weg. Wer sich vegan ernährt, muss zudem auch nicht schauen, «dass er alle wichtigen Nährstoffe bekommt». Er muss lediglich auf Vitamin B12 achten, wenn er sich abwechslungsreich vegan ernährt. Was ist daran «radikal», all den Schrott aus seiner Ernährung zu lassen, der einen krank macht, der das Klima und die Umwelt zerstört, der den Welthunger massiv fördert und der das Leben der Nutztiere zur Hölle macht? Radikal, brutal, skrupellos, gewissenlos und dumm ist es, diese Umstellung in der Ernährung nicht zu vollziehen!

 

Leute wie Nicolas Kaufmann sind die Totengräber jeder sinnvollen Klimapolitik, weil sie die Menschen anstiften, nichts zu machen. Tierprodukte sind die Hauptursache für die Klimakrise. Ohne den Verzicht auf Tierprodukte bzw. eine vegane Lebensweise aller Menschen ist ein Erfolg zur Bewältigung der Klimakrise völlig aussichtslos. Zugleich wäre es auch die einfachste Methode, weil jeder Mensch sie sofort umsetzen kann.

 

https://www.stern.de/gesellschaft/vegan-leben-und-weniger-fliegen-fuers-klima---die-vorschlaege-der-uni-leeds-sind-unrealistisch-31682534.html