DR. MED. HENRICH
PROVEGAN STIFTUNG
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Umweltbundesamt fordert höhere Preise für Milch und Fleisch

"Hintergrund der Forderung ist der neue Bericht des Umweltbundesamtes mit dem Titel 'Umweltschädliche Subventionen in Deutschland', der den Funke-Zeitungen vorliegt. Darin heißt es dem Bericht zufolge, dass die Landwirtschaft wesentlich zum Klimawandel beitrage, in Deutschland beispielsweise als Hauptverursacher der Methan- und Lachgasemissionen. Dennoch würden tierische Produkte wie Fleisch und Milch vom ermäßigten Mehrwertsteuersatz profitieren, obwohl sie deutlich klimaschädlicher seien als Getreide, Obst oder Gemüse. Die Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch beispielsweise verursache zwischen 7 und 28 Kilogramm Treibhausgasemissionen. Obst oder Gemüse dagegen liegen demnach bei weniger als einem Kilogramm."

 

Anmerkung: Schon 2006 stellte die UNO-Organisation FAO (UN Food and Agriculture Organization) in einer Studie fest, dass die „Nutztierhaltung“ der Hauptverursacher für Treibhausgase ist, also mehr Treibhausgase als der weltweite Verkehr mit Autos, Eisenbahnen, Schiffen und Flugzeugen insgesamt erzeugt. Nach über 10 Jahren, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist und die Klimakatastrophe kaum mehr zu verhindern ist, weist endlich auch das Bundesumweltamt auf die Klimaschädlichkeit von Tierprodukten hin. Man sollte eigentlich annehmen, dass unter dieser bedrohlichen Situation für das Weltklima empfohlen wird, den Konsum von Tierprodukten ganz zu stoppen, um noch das Wenige zu retten was zu retten ist. Aber nein, es wird lediglich der totale Irrsinn angesprochen, dass Fleisch und Milch einem erniedrigten Mehrwertsteuersatz unterliegen und somit gesundheitsschädliche und klimazerstörende Produkte sogar staatlich noch subventioniert werden. Damit nicht genug: Sojamilch, Kokosmilch, Hafermilch, Reismilch und andere pflanzliche Milchsorten werden im Gegensatz zur Kuhmilch mit dem hohen Mehrwertsteuersatz von 19 % behindert.

 

Eines ist jetzt schon sicher: Selbst die vom Bundesumweltamt geforderte kleine Korrektur im systematischen Irrsinn (Anhebung der Mehrwertsteuer für Tierprodukte auf den Normalsatz) wird nicht kommen, weil der Einfluss der Agrarindustrie auf die Politik gross und die Politik in grossen Teilen korrupt ist. Wie Politik abläuft, hat der Herausgeber des Handelsblatt (grösste deutsche Wirtschaftszeitung) Gabor Steingart in seinem Buch "Weltbeben" gut beschrieben: “Die meisten Abgeordneten wollen gar nicht gestalten, sondern über die Runden kommen. Sie bereiten nicht die nächste Reform zur Verbesserung des Lebens in Deutschland vor, sondern nur ihre Aufstellung für die Landesliste, ihre Nominierung für den Rundfunkrat oder die Übernahme des Vorsitzes einer Kommission zur Bildung einer Kommission. Alles sieht nach Politik aus, aber oft geht es um nicht viel mehr als private Vorteilssicherung.”

 

Die Politik ignoriert selbst die Tatsache (und der Konsument macht dabei gerne mit), dass täglich ca. 6.000 - 43.000 Kinder an Hunger sterben, während ca. 40 % der weltweit gefangenen Fische, ca. 50 % der weltweiten Getreideernte und ca. 98 % der weltweiten Sojaernte an die „Nutztiere“ verfüttert werden (zur Erzeugung von Fleisch, Milch, Eiern), was zum grossen Teil sogar aus den "Hungerländern" stammt. 80% der hungernden Kinder leben in Ländern, die einen Nahrungsüberschuss produzieren, doch die Kinder bleiben hungrig und verhungern, weil der Getreideüberschuss an Tiere verfüttert bzw. exportiert wird.

 

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/klimaschutz-umweltbundesamt-fordert-hoehere-steuern-auf-milch-und-fleisch-14605346.html

 

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