DR. MED. HENRICH
PROVEGAN STIFTUNG
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Legale Korruption: „Politiker sind ausgerechnet mit jenen Industrien eng verbunden, die für massive Umwelt- und Gesundheitsschäden verantwortlich sind“

Ein wirklich lesenswerter Artikel! Der bislang beste Artikel, den ich bisher zum Thema Politik, Agrarindustrie, Ernährung und Korruption gelesen habe.

 

„Die industrielle Land- und Ernährungswirtschaft verursacht lokal und global Probleme für Bauern, Klima, Tiere und Umwelt.“

 

„Zum Teil werden wir sogar von den Funktionären regiert: Auffällig viele Abgeordnete aus dem Bundestagsausschuss für Ernährung und Landwirtschaft besetzen gleichzeitig Posten in Lobbyorganisationen und Agrarfirmen. Der muntere Wechsel zwischen Politik und Wirtschaft ist im Ernährungs- und Agrarsektor ohnehin gang und gäbe.“

 

„Röring sitzt im Agrarausschuss des Bundestages und ist gleichzeitig Chef eines Agrarlobbyverbandes in NRW und Präsidiumsmitglied des mächtigen Bauernverbandes. Und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, besitzt er einen eigenen Schweinemastbetrieb. Er lobbyiert für seine eigenen Interessen – und kann dann im Agrarausschuss praktischerweise über Tierschutzvorgaben gleich selbst mitentscheiden!“

 

„Nicht nur den Funktionären, auch den Regierenden scheint jegliches Problembewusstsein zu fehlen: «Wir bleiben Vorreiter beim Klimaschutz», heißt es beispielsweise im Koalitionsvertrag. Angesichts der Tatsache, dass Deutschland seine Klimaschutzziele deutlich verfehlt, klingt das wie ein schlechter Witz. Der Agrarsektor, speziell die Tierproduktion, ist bekanntlich einer der Hauptverursacher schädlicher Klimagase. Hinsichtlich des Klimawandels stellte das UN-Umweltprogramm bereits im Jahr 2010 fest: «Eine wesentliche Reduzierung der Auswirkungen wäre nur mit einem grundsätzlichen weltweiten Ernährungswechsel möglich, weg von tierischen Produkten.»“

 

„Einen Monat zuvor war gerade eine neue, sehr umfassende Studie der Universität Oxford zum Thema Ernährung veröffentlicht worden. 38.700 Agrarbetriebe in 119 Ländern und vierzig Lebensmittel, die 90 Prozent unseres Kalorien- und Proteinkonsums ausmachen, wurden dazu untersucht. Die Ergebnisse: Mit Fleisch- und Milchprodukten nimmt der Mensch im Durchschnitt nur 18 Prozent aller benötigten Kalorien auf, die Herstellung der vergleichsweise nährstoffarmen Erzeugnisse aber nimmt 83 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen in Anspruch; ohne sie würde eine Fläche so groß wie die USA, China, die EU und Australien zusammen frei, 60 Prozent der Treibhausgase aus der Landwirtschaft könnten vermieden werden. Joseph Poore, der Leiter der Studie, empfiehlt Emissionslabel auf Produkten sowie höhere Steuern auf Fleisch und Milch. «Eine vegane Ernährung ist wahrscheinlich der mit Abstand beste Weg, um die Auswirkungen auf den Planeten Erde zu reduzieren», meint er.“

 

„Das BMEL und auch andere maßgebliche Institutionen – wie etwa die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), deren Ernährungsratschläge stark die Interessen der Beiräte aus der Milch- und Fleischindustrie berücksichtigen – sind aber personell und institutionell derart eng mit der Tierindustrie und ihren Lobbyorganisationen verbunden, dass solche Vorschläge illusorisch sind. Derzeit ist das absolute Gegenteil der Fall: Während etwa Kuhmilch staatlich subventioniert und als «Grundnahrungsmittel» mit dem ermäßigten Satz von 7 Prozent besteuert wird, beträgt der Steuersatz für pflanzliche Milchalternativen 19 Prozent. Und Klöckner führt den Kurs ihres Vorgängers unbeirrt fort.“

 

„Wo Schmidt aufgehört hat, macht Klöckner nun weiter: Wie er setzt sie sich beispielsweise für Schweinefleisch in deutschen Schulkantinen ein und greift Tierrechtsorganisationen, die Undercover-Aufnahmen in Tierhaltungs- und Schlachtbetrieben machen, scharf und mit absurden Vorwürfen an.“

 

https://www.hintergrund.de/politik/inland/agrarpolitik-im-dienst-der-industrie/

 

„Die Mehrheit der gewöhnlichen Bevölkerung versteht nicht was wirklich geschieht. Und sie versteht noch nicht einmal, dass sie es nicht versteht.“ – Professor Dr. Noam Chomsky