DR. MED.
HENRICH STIFTUNG
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Baby-Elefanten werden als Geisel gequält

Immer wenn man glaubt, schon alles zu kennen, was der Mensch Tieren und Tierkindern antut, kommt was Neues aus dem Bereich der kranken Hirne

 

Hier die Übersetzung des unfassbaren Originalartikels. Bilder im Originalartikel einsehen.

 

http://www.dailymail.co.uk/news/article-2351609/The-terrible-fate-Raja-baby-elephant-chained-held-hostage-angry-mob-An-image-haunt-story-enrage-you.html#ixzz2XgiBRyas

 

Das schreckliche Schicksal von Raja, dem Baby-Elefanten, angekettet und von einem zornigen Mob als Geisel genommen:

 

Ein Bild, das Sie verfolgen wird, und eine Geschichte, die Sie wütend machen wird.

 

In dieser schockierenden Enthüllung deckt der Bruder der Herzogin auf, wie der Baby-Elefant Raja furchtbar misshandelt wurde, als er in Sumatra gefangen gehalten wurde. Als Folge der Waldabholzung, um Palmöl zu produzieren, wurden die Elefanten gezwungen, mit den Menschen zu leben, Bauernhöfe zerstört, Häuser abgerissen und mitunter sogar Menschen getötet. Dorfbewohner nahmen Raja mit und verlangten eine Entschädigung, nachdem seine Familie einen Teil der Ernte in der Gegend zerstörte.

 

Von Mark Shand

 

In den 30 Jahren, in denen ich im Elefantenschutz in Asien gearbeitet habe, dachte ich, ich hätte alles gesehen – offensichtliche Korruption, die Zerstörung und völlige Missachtung unseres schönen Planeten und abscheuliche Grausamkeiten an Wildtieren, um nur einige zu nennen. Alles aufgrund des gefährlichsten Tieres von allen: dem Homo sapiens.

 

Mich schockiert nicht mehr viel, aber in den vergangenen Wochen geschah etwas, dass mich bis ins Mark erschütterte, als die „Elephant Family“-Stiftung und die „Ecologist Film Unit“ sich aufmachten, die außer Kontrolle geratene Umweltzerstörung auf der Insel Sumatra, in Indonesien, zu dokumentieren.

Sumatra ist für mich besonders, denn ich verbrachte dort viel Zeit während Expeditionen, als ich jünger war. Es war ein Paradies – gigantische unberührte Wälder, intakte Korallenriffe und eine vielfältige Tierwelt.

 

All das hat sich nun geändert und ihre Elefanten gehören zu den bedrohtesten auf diesem Planeten. In einer einzigen Generation wurde die Population auf die Hälfte reduziert, zusätzlich zu anderen Tieren, die in halsbrecherischem Tempo verschwinden.

 

Während der Filmaufnahmen wurde ein hilfloser, abgemagerter, männlicher Baby-Elefant namens Raja gefunden, der knapp ein Jahr alt war und mit schweren Ketten an einen Baum gefesselt war. Er wurde von den Dorfbewohnern als Geisel genommen, welche von der sumatranischen Regierung eine Entschädigung forderten, für den Schaden, den seine Familie an ihrer Ernte angerichtet hatte.

 

Können Sie glauben, dass wir genau jetzt in einer Welt leben, in der Menschen tatsächlich einen Baby-Elefanten für Lösegeld gefangen halten? Es ist fast undenkbar. Aber sehen Sie sich die Bilder an – sehen Sie sich Raja an, wie er an den Ketten zerrt, sich nach Essen und etwas Ruhe sehnt. In Verzweiflung brüllt er nach seiner Mutter.

 

Ich habe diese Laute von gequälten Kälbern schon oft in meinem Leben gehört. Es verfolgt mich stetig. Aber seine Augen verfolgen mich mehr als alles andere – nach Hilfe flehend – unschuldig, verzweifelt und hilflos.

 

In Asien wird ein Krieg geführt. Aufgrund der schonungslosen Abholzung werden Elefanten aus ihren natürlichen Lebensräumen gedrängt und sie haben keine andere Wahl, als ihren Lebensraum mit Menschen zu teilen. Da der Wald, das Zuhause der Elefanten, zerstört ist, fliehen gestresste und verhungernde Herden von den Kettensägen direkt in die Dörfer.

 

Sie zerstören alles, was in Sichtweite ist, zertrampeln Äcker, reißen Häuser ab und töten oft Menschen. Offen gesagt, kann man den Dorfbewohnern ihre drastischen Schritte, aus reiner Verzweiflung, um zu überleben und ihre eigenen Familien zu versorgen, nicht vorwerfen.

 

Einen Baby-Elefanten für Lösegeld gefangen zu halten, ist grausam und erdrückend, aber es ist Realität, wenn Mensch und Elefanten um Lebensraum kämpfen.

 

Die Menschen müssen erfahren, warum das passiert. Sie müssen verstehen, was diesen Wahnsinn antreibt.

 

Der Grund ist ein unschuldig klingendes Produkt namens Palmöl. Es ist ein Bestandteil von fast allem, dass wir benutzen oder konsumieren – Kekse, Margarine, Eiscreme, Seife, Shampoo. Die Liste ist endlos.

 

Die Schuld liegt nachdrücklich an der Gier der großen Konzerne im Osten, die Palmöl zum Verkauf produzieren, um einen unersättlichen Konsum in der westlichen Welt anzutreiben.

 

Der Durst nach Palmöl ist anscheinend unstillbar und der Anbau zerstört die letzten großen Regenwaldgebiete.

 

Obwohl die Waldzerstörung und seine tödlichen Auswirkungen für bedrohte Arten eindeutig zu erkennen ist, ist Palmöl praktisch ein unsichtbarer Inhaltsstoff, aufgelistet unter der allgemeinen Bezeichnung „pflanzliches Öl“.

 

April, Duta Palma, Sinar Mas und Sime Darby sind keine allgemein bekannten Begriffe, aber es sind nur einige der Konzerne, die in Indonesien Palmöl produzieren und für ungefähr 600 € pro Tonne auf dem Markt verkaufen.

L’Occitane, Ferrero, Cadbury, Ginster’s pasties, Clover margarine, Pringles, Kellogg’s, Haribo, Nestlé und Mars sind nur einige der bekannteren Namen von denen, die Palmöl benutzen.

 

Alle großen Supermarktketten benutzen Palmöl in ihren Eigenprodukten. Manche sind etwas besser darin, Palmöl aus verantwortungsvolleren Quellen zu beziehen, aber der Punkt ist, dass es überall und in allem enthalten ist. Es ist ein stiller Mörder. Erst ab 2014 wird es eine gesetzliche Vorschrift für Hersteller sein, Palmöl auf ihren Produkten zu kennzeichnen.

 

Und, um die Angelegenheit noch schlimmer zu machen, ist die einzige Zertifizierungsstelle, um die Produktion von sogenanntem „nachhaltigem“ Palmöl zu kontrollieren, immens fehlerhaft. Die Industrie versteckt sich hinter einer Täuschung.

 

Der grüne Regenwald von Aceh in Nord-Sumatra ist einer der größten übrig gebliebenen in Südost-Asien. Es ist der einzige Ort auf der Welt, wo Elefanten, Tiger, Orang-Utans und Nashörner immer noch zusammenleben – ein wahrhaftes Dschungelbuch.

 

Aber im Augenblick ist die Regierung von Aceh kurz davor einen Plan einzuführen, der dazu führen würde, dass hunderttausende Hektar dieses Waldes für die Bebauung von Palmöl geöffnet werden. Dieser ironischerweise genannte „Raumplan“ ist nichts weiter als ein Abholzungsplan – ein Ausrottungsplan, um das illegale Fällen, welches bereits geschieht, zu legitimieren.

 

Umweltschützer stimmen überein, dass wir ungefähr 65 % des Waldes in Aceh schützen müssen, um seine Biodiversität zu schützen. Der Regierungsplan sieht nur vor, 45 % zu schützen – das ist ein Unterschied von weit über eine Million Hektar, oder mehr als eine Million Fußballfelder. Das Ergebnis wäre ein Todesurteil für die Tierwelt.

 

Nicht nur diese ikonenhaften Spezien werden aussterben, die einheimischen Gemeinden, die auf diesen Wald angewiesen sind, werden einer noch größeren Naturkatastrophe ausgesetzt. Verheerende Erdrutsche haben bereits Gebäude weggespült, darunter ganze Schulen.

 

Sie werden unverlässlich und große Landgebiete werden überschwemmen.

Die Tierwelt wird in einen noch größeren Konflikt mit den Menschen gedrängt, und Elefanten wie Raja werden keine Chance haben.

 

Traurigerweise ist es für ihn zu spät. Er starb alleine, angekettet an dem Baum, obwohl „Elephant Family“ eine Woche lang unermüdlich über seine Freilassung verhandelte.

 

Doch schon haben wir ein weiteres Kalb gefunden, dieses erst einen Monat alt, das von ansässigen Bauern gefangen genommen wurde. Jeder arbeitet rund um die Uhr um sicherzustellen, dass dieses Kalb überlebt. Ich habe meine Zweifel.

Aber auf längere Sicht gibt es Hoffnung. Wenn es keine Hoffnung geben würde, hätte ich meine Koffer schon vor langer Zeit gepackt.

 

Wenn wir diese Wälder schützen können und den neuen Plan in Aceh aufhalten, dann machen wir gigantische Schritte in die richtige Richtung.

 

Hunderte Unterstützer haben bereits der Regierung von Aceh geschrieben, um sie darauf zu drängen, mit der Zerstörung des Waldes aufzuhören. Aber wir brauchen Hilfe. Wir brauchen jeden zum Schreiben.

 

Mehr Wissen über Palmöl und verpflichtende Kennzeichnung wird es den Konsumenten endlich erlauben, informierte Entscheidungen zu treffen, was sie kaufen. Wir müssen Nahrungsmittelhersteller und Händler dazu drängen, einen Wandel in der Industrie zu unterstützen, in Richtung von wirklich nachhaltigem Palmöl, und wir müssen es schnell machen.

 

Ich weiß, es gibt einen wahrhaft mächtigen Willen diese Wälder und Tiere zu schützen.

 

Am 9. Juli wird „Elephant Family“ in London einen großartig maskierten Tier-Ball veranstalten, um dringend benötigte finanzielle Mittel einzunehmen, die uns dabei helfen unsere Arbeit in Sumatra und quer durch Asien fortzusetzen. Mehr als 600 Gäste werden als Unterstützung erscheinen.

 

Ich weiß, ich sollte über den Ball begeistert sein. In vielerlei Hinsicht bin ich es wegen der großartigen Möglichkeit, die es dem Naturschutz bietet, aber ich weiß, an diesem Abend wird es mir nicht möglich sein, Raja und andere wie ihn aus meinem Kopf zu bekommen.

 

Der Asiatische Elefant macht selten Schlagzeilen, aber dies ist eine der größten Wildtier-Geschichten unserer Zeit. Wir sind kurz davor, eine der mysteriösesten, kultigsten und ökologisch notwendigsten Spezien dieser Erde zu verlieren. Die Uhr tickt.

 

Bitte helfen Sie uns, die Elefanten in Sumatra zu retten, indem Sie einen Beitrag für den Raja Fond leisten www.elephantfamily.org.