DR. MED.
HENRICH STIFTUNG
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Newsletter ProVegan: Ausgabe 27/2022

Medien-Hetze: «Vegan-Mutter nach Tod ihres Babys wegen Mordes verurteilt»

«Als Sheila O'Learys (39) Sohn Ezra (18 Monate) am 27. September 2018 aufhörte zu atmen, wog er keine acht Kilo. Das Kleinkind war bis auf die Knochen abgemagert. Jetzt wurde die Vegan-Mutter von einem Gericht in Cape Coral (Florida, USA) wegen Mordes durch Mangelernährung verurteilt.»

 

«Am Tag von Ezras Tod hatte die Vegan-Mutter ihn noch gestillt. Als er dabei Probleme beim Atmen bekommen habe, so die Polizei, hätten sich die Eltern schlafen gelegt, statt Hilfe zu holen.»

 

«Als sie wieder wach waren, atmete das kleine Kind nicht mehr. Herbeigerufene Rettungssanitäter konnten nur noch seinen Tod feststellen. Bei der Autopsie wurde festgestellt, dass Ezra seit Wochen nichts zum Essen bekommen habe.»

 

«Der Polizei erklärten Sheia und ihr Mann, dass streng vegan lebten. Auch ihre Kinder würden daher kein Fleisch, keine tierischen Produkte bekommen.»

 

«Sheila und ihr Mann Ryan (30) hatten Ezra nur mit Muttermilch, rohem Gemüse und Obst ernährt. Ihre insgesamt vier Kinder bekamen hauptsächlich Avocados, Bananen, Mangos und Rambutans (eine Art Litschi) zu essen.»

 

Anmerkung:

 

Vorab möchte ich betonen, dass ich die Verurteilung der Mutter als gerechtfertigt ansehe. Sie hat den Tod ihres Kindes verursacht. Aber hätte man bei einer fleisch(fr)essenden Mitter von einer «Fleisch(fr)esser-Mutter» gesprochen? Wohl kaum. Man instrumentalisiert den tragischen Tod eines Kindes und das grobe Fehlverhalten der Eltern, um gegen die vegane Ernährung zu hetzen.

 

Der Artikel und seine Aussagen sind zudem widersprüchlich. Einerseits heisst es, «dass Ezra seit Wochen nichts zum Essen bekommen habe», anderseits ist zu lesen, dass «am Tag von Ezras Tod die Vegan-Mutter ihn noch gestillt habe» und dass «Sheila und ihr Mann Ryan (30) Ezra nur mit Muttermilch, rohem Gemüse und Obst ernährt haben». Was stimmt denn jetzt?

 

Fest steht, dass das Kind auf jeden Fall nicht richtig ernährt worden ist. Erstaunlich ist für mich, dass die Muttermilch das Kind nicht vor dem Schlimmsten bewahren konnte. Aber wahrscheinlich ist die Mutter selbst so fehlernährt, dass ihre Milch keinen ausreichenden Nährwert besass.

 

Hier haben wir es leider wieder mit der üblichen Diffamierungsstrategie der vegan-feindlichen Medien zu tun. Obwohl das Verhungern und / oder eine grob einseitige Fehlernährung nichts mit einer gesunden veganen Ernährung https://www.provegan.info/de/ernaehrung/7-regeln-einer-gesunden-veganen-ernaehrung/ zu tun hat, wird die vegane Ernährung verantwortlich gemacht.

 

Der Tod des Kindes ist aber nicht nur auf das verantwortungslose Fehlverhalten der Eltern zurückzuführen, sondern auch auf die verantwortungslose Inkompetenz der Medizin, die entgegen eindeutiger wissenschaftlicher Fakten eine vegane Ernährung ablehnt. Deshalb haben Eltern, die sich nicht auskennen oder durch falsche Ernährungsgurus in die Irre geleitet wurden, kaum eine Chance durch Ärzte eine fundierte Beratung zu erhalten, wie denn eine gesunde Ernährung gestaltet sein sollte. Daher kommt es zu der fatalen und für das Kind tödlichen Konstellation, dass die Eltern den Kontakt zu Ärzten meiden, obwohl diese das Leben ihres Kindes hätten retten können.

 

Die Leser des Artikels werden vorsätzlich zu der irrigen Feststellung getrieben, dass eine vegane Ernährung für Kinder nicht geeignet sei. Vegane Eltern werden zudem verunsichert, ob sie ihre Kinder richtig ernähren. Und das alles, obwohl die vegane Ernährung auch für Kinder die gesündeste, ja sogar die einzig gesunde Kost ist. Mehr dazu hier: https://www.provegan.info/de/ernaehrung/kinderernaehrung-und-vegane-schwangerschaften/vegane-kinderernaehrung-und-vegane-schwangerschaften-aus-aerztlicher-sicht/

 

https://www.bild.de/news/ausland/news-ausland/florida-mutter-wegen-mordes-verurteilt-ihr-baby-starb-an-veganer-ernaehrung-80580198.bild.html