DR. MED. HENRICH
PROVEGAN STIFTUNG
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Newsletter ProVegan: Ausgabe 39/2020

Der beste SPIEGEL-Artikel aller Zeiten über den „primären und sekundären Krankheitsgewinn“ und die „Selbstentwertung“ der Fleisch(fr)esser (von einem Psychoanalytiker)

„Die Corona-Pandemie legt unbarmherzig Schwächen unserer Gesellschaft offen. Der Coronavirus-Ausbruch beim westfälischen Fleischproduzenten Tönnies zwingt uns wahrzunehmen, dass die niedrigen Fleischpreise Folge von Produktionsbedingungen sind, in denen es weder um das Wohl der Menschen geht - letztendlich auch nicht der Konsumenten – noch um das Wohl der Tiere, die ihr Leben für das Schnitzel ließen.“

 

„Wir sind durch kritische Berichte immer wieder auf diese unerfreulichen Tatsachen hingewiesen worden – haben uns dann aber doch entschlossen, unsere Aufmerksamkeit anderen Themen zuzuwenden: Fehlt noch Schinken oder Salami fürs Abendbrot? Oder essen wir heute mal Steak?“

 

„Bei der Verleugnung handelt es sich also um eine psychische Reaktion, mit der sich das Individuum davor schützt, mit Tatsachen konfrontiert zu werden, die unangenehm sind, Angst auslösen oder auch zu moralischen Selbstvorwürfen führen würden.“

 

„Der Abwehrmechanismus der Verleugnung hilft also kurzfristig, das innere Gleichgewicht zu bewahren, aber es handelt sich doch um eine – wenn man so will – "pathologische", eine unreife, zumindest um eine suboptimale Form der Konfliktbewältigung.“

 

„Der ‚primäre Krankheitsgewinn‘ der Verleugnung besteht darin, den psychischen Konflikt zu vermeiden. Der ‚sekundäre Krankheitsgewinn‘ der Verleugnung besteht darin, dass man in irgendeiner Weise materiell von den schlechten Verhältnissen profitiert, die man verleugnet.“

 

„Mit dem Verweis auf den Mangel an gesellschaftlicher Moral rationalisiert man die Flucht vor den eigenen Ansprüchen an sich selbst. Man versteckt sich hinter der Mehrheitsmeinung oder dem, was man dafür hält.“

 

„Im Grunde ist das: eine Selbstentwertung.“

 

In meiner Vegan-Broschüre https://www.provegan.info/fileadmin/pdf/broschuere-vegan.pdf habe ich es so ausgedrückt: „Das Bezahlen für das systematische Quälen und Töten von empfindungsfähigen Wesen zeigt den tiefsten Punkt an Würdelosigkeit, den ein Konsument erreichen kann.“

 

https://www.spiegel.de/psychologie/coronavirus-bei-toennies-warum-wir-auch-jetzt-keine-vegetarier-werden-a-8afc8b9d-b7c4-46f9-a8e9-3b399be03ee5