DR. MED. HENRICH
PROVEGAN STIFTUNG
www.ProVegan.info

Unseriöse Propaganda der Presse gegen den Veganismus

Es ist wieder einmal so weit. Es wird wieder einmal gegen den Veganismus von einer vermeintlich seriösen Presse gehetzt. Trotzdem ein lesenswerter Artikel, der den Mechanismus der Propaganda wieder einmal klar aufzeigt:

 

http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Wenn-Eltern-den-Tod-der-eigenen-Kinder-in-Kauf-nehmen/story/13930467

 

In der Überschrift heißt es: „Wenn Eltern den Tod der eigenen Kinder in Kauf nehmen“ und dann kommt es heftig: „Kinderärzte sind besorgt: Zunehmend ernähren Eltern ihre Kinder vegan, bis sie krank werden.“

 

Was steckt dahinter? Im Artikel erfahren wir, dass die Eltern ihren siebenjährigen Sohn vegan ernährten und nicht impfen liessen. Dann ist das Kind wegen der fehlenden Impfung an Diphterie erkrankt.

 

Aber was hat die Diphterie mit der veganen Ernährung zu tun? Die Diphterie ist eine potenziell tödliche Erkrankung, die u. a. zu Atemschwierigkeiten und Erstickungsanfällen führen kann und im geschilderten Fall auch führte. Dass unter diesen Umständen ein Kind die Nahrungsaufnahme verweigert, ist selbst einem medizinischen Laien klar. Wenn unter diesen Umständen bei einem schwerstkranken Kind die Eltern keine medizinische Hilfe anfordern bzw. es viel zu spät tun, so ist dies nicht die Schuld der veganen Ernährung, sondern ein Problem der falschen Einschätzung der Situation durch ein Elternpaar, das offenbar das Vertrauen in die Schulmedizin verloren hatte.

 

Interessanterweise sind die beschrieben Folgeschäden an Nervensystem, den Sinnesorganen und den Muskeln typisch für Diphterie! Aber die Autorin Simone Rau hat eine ganz andere Erklärung parat: „Seine vegane Ernährung hat zu teils irreparablen Schäden des Nervensystems, der Sinnesorgane, der Muskeln und der Knochen geführt.“

 

Selbst wenn die vegane Ernährung von den Eltern nicht richtig durchgeführt worden wäre und das Kind unter einem Vitamin B 12 Mangel gelitten hat, so ist dies nicht auf die vegane Ernährung zurückzuführen, sondern auf eine stupide Ignoranz der Eltern, dass Vitamin B 12 bei veganer Ernährung zusätzlich gegeben werden sollte. Denn jeder, der sich auch nur ansatzweise mit veganer Ernährung beschäftigt, stösst sofort auf das Vitamin B 12, das in nahezu allen seriösen Publikationen über Veganismus mit der nötigen Deutlichkeit dargestellt wird. Auch auf der ProVegan Webseite und der dazugehörigen Vegan-Broschüre wird in aller Eindringlichkeit auf die Vitamin B 12 Supplementierung hingewiesen. Dass es trotzdem vegane Besserwisser gibt, die etwas anderes behaupten und damit der veganen Bewegung schaden, ist leider auch unbestreitbar.

 

Genau das alles bestätigt auch der Kinderarzt Hasselmann vom Kinderspital im Artikel. Dort heisst es: „Das Problem ist laut Hasselmann nicht die vegane Ernährung an sich, sondern der – bewusste oder unbewusste – Verzicht der Eltern auf zusätzliches Vitamin B 12. ‚Es ist nicht so, dass die Eltern ihren Kindern willentlich Schäden zufügen. Entweder sie wissen nicht, wie wichtig Vitamin B 12 für die Entwicklung des Nervensystems ihres Kindes ist. Oder sie wissen es, wollen ihm aber aus ideologischen Gründen keine Vitamintabletten geben.‘

 

Von der Öffentlichkeit wird aber bei solchen Artikeln oder Radiomeldungen nur wahrgenommen, dass die vegane Ernährung gefährlich sei. Und dass besonders Kinder durch die vegane Ernährung gefährdet seien. Die Wahrheit ist, dass es ein Problem der Eltern und des Staates ist. Der Staat unterlässt es, Menschen über eine gesunde Ernährung schon in der Schule wahrheitsgemäss zu unterrichten. Dies alles wird der Werbeindustrie überlassen, die tierliche Produkte wie Fleisch und Milch, Süssigkeiten und industrielles Junkfood teilweise sogar als gesund bewerben darf. In der Folge werden die Kinder zuerst dick und dann immer kränker. Als Erwachsene bekommen sie dann Krebs, Herz-Kreislauferkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes, Demenz, Alzheimer, Osteoporose und viele andere schwerwiegende Erkrankungen, deren Zusammenhang mit dem Konsum von Fleisch, Milch, Milchprodukten, Fisch und Eiern durch wissenschaftliche Studien längst dargestellt werden konnte. Die Studien sind auf http://www.provegan.info aufgelistet.

 

Selbst bei dieser Faktenlage besitzen die Presse, ahnungslose Ärzte und die Interessenvertreter der Tierindustrie die Dreistigkeit, tierliche Produkte als gesund und lebenswichtig darzustellen! Aber das exakte Gegenteil ist wahr! Im Interesse des Profits wird die Wahrheit mit Füssen getreten, zum Nachteil der Gesundheit, der Tiere, der hungernden Menschen, des Klimas und der Umwelt allgemein. Verfolgt man eine abwechslungsreiche vegane Ernährung und ergänzt sie durch Vitamin B 12, dann ernährt man sich und die Kinder am gesündesten! Und genau dies stellen auch führende Ärzte- und Ernährungsorganisationen immer wieder dar:

 

So nehmen zum Beispiel in einem gemeinsamen Positionspapier von 2003 die ADA („American Dietetic Association“, Amerikanische Gesellschaft für Ernährung) und die DC (Verband der kanadischen Ernährungswissenschaftler) zu den gesundheitlichen Vorteilen der veganen Ernährung eindeutig Stellung. In diesen Verbänden sind die renommiertesten Ernährungswissenschaftler der USA und Kanadas zu finden. Allein die ADA hat etwa 70.000 Mitglieder. In diesem Positionspapier heißt es u. a.:

 

„Gut geplante vegane und andere Formen der vegetarischen Ernährung sind für alle Phasen des Lebenszyklus geeignet, einschließlich Schwangerschaft, Stillzeit, früher und späterer Kindheit und Adoleszenz. Vegetarische Ernährungsformen bieten eine Reihe von Vorteilen.“

 

Und weiter heisst es dort:

 

„Es ist die Position der Amerikanischen Gesellschaft für Ernährung (ADA) und des Verbandes kanadischer Ernährungswissenschaftler (DC), dass eine vernünftig geplante vegetarische Kostform gesundheitsförderlich und dem Nährstoffbedarf angemessen ist, sowie einen gesundheitlichen Nutzen für die Prävention (Vorbeugung) und Behandlung bestimmter Erkrankungen hat.“

 

„Es liegt in der Verantwortung von Ernährungswissenschaftlern, Interessierte bei der Aufnahme einer vegetarischen Ernährung zu unterstützen und zu ermutigen.“

 

Auch die Aussagen eines der anerkanntesten und renommiertesten deutschen Ernährungswissenschaftler, Prof. Dr. Claus Leitzmann, sind eindeutig:

 

„Studien mit vegan lebenden Menschen, die weltweit, aber auch von uns durchgeführt wurden, zeigen, dass Veganerlnnen im Durchschnitt deutlich gesünder sind als die allgemeine Bevölkerung. Körpergewicht, Blutdruck, Blutfett- und Cholesterinwerte, Nierenfunktion sowie Gesundheitsstatus allgemein liegen häufiger im Normalbereich.“

 

2009 hat die ADA („American Dietetic Association“, Amerikanische Gesellschaft für Ernährung) ein überarbeitetes Positionspapier über die vegetarische und vegane Ernährung publiziert und ihre Empfehlung für diese Ernährungsformen bestärkt. Dort kommt man zu dem Schluss, dass vegetarische Ernährungsformen einschließlich veganer Ernährung – sofern richtig durchgeführt –, gesund und nahrhaft für Erwachsene, Kleinkinder, Kinder und Heranwachsende sind und sogar chronische Krankheiten wie Herzerkrankungen, Krebs, Übergewicht und Diabetes vorbeugen und behandeln helfen können.

 

Das im Juli 2009 in der Zeitschrift „Journal of the American Dietetic Association“ veröffentlichte Papier repräsentiert die offizielle Grundhaltung der ADA zu vegetarischen Ernährungsformen inklusive veganer Ernährung:

 

„Die American Dietetic Association ist der Ansicht, dass eine gut geplante vegetarische Ernährungsform, einschließlich komplett vegetarischer oder veganer Ernährungsformen, gesund sind, ernährungsphysiologisch bedarfsgerecht sind und gesundheitliche Vorteile in der Prävention und der Behandlung bestimmter Krankheiten bieten. Eine gut geplante vegetarische Ernährungsform ist für Menschen aller Altersstufen geeignet, eingeschlossen Schwangere, Stillende, Kleinkinder, Kinder, Heranwachsende und Sportler.“

 

„Vegetarier neigen zu einem niedrigeren BMI (Body Mass Index) und zeigen eine allgemein niedrigere Rate an Krebserkrankungen. Vegetarische Ernährungsformen haben die Tendenz, weniger gesättigte Fettsäuren und Cholesterin, dafür aber mehr Ballaststoffe, Magnesium, Kalium, Vitamin C, Vitamin E, Folsäure, Carotinoide, Flavonoide und andere sekundäre Pflanzenstoffe zu enthalten. Diese Nährstoffunterschiede könnten die gesundheitlichen Vorteile für diejenigen darstellen, die eine abwechslungsreiche und ausgewogene vegetarische Ernährungsform verfolgen.“

 

Die PCRM („The Physicians' Committee for Responsible Medicine“, Ärztekommission für verantwortungsbewusste Medizin) ist eine gemeinnützige Organisation, die präventive Medizin fördert, klinische Forschung durchführt und höhere Standards für Ethik und Effizienz in der Forschung fördert. Die PCRM empfiehlt die vegane Ernährung als die gesündeste Ernährung und begründet dies auch logisch nachvollziehbar:

 

„Vegane Ernährung, die keine tierlichen Produkte enthält, ist sogar gesünder als vegetarische Ernährung. Vegane Ernährung enthält kein Cholesterin und sogar weniger Fett, gesättigte Fettsäuren und Kalorien als vegetarische Ernährung, weil sie keine Milchprodukte und Eier enthält. Die wissenschaftliche Forschung zeigt, dass die gesundheitlichen Vorteile zunehmen, wenn die Menge der Nahrung aus tierlichen Quellen in der Ernährung verringert wird, was die vegane Ernährung zur gesündesten insgesamt macht.“ http://www.pcrm.org/health/veginfo/nutritionfaq.html

 

Ich möchte betonen, dass die wissenschaftlichen Fakten eindeutig für die vegane Ernährung sprechen. Wer sich gegen die vegane Ernährung ausspricht, hat entweder nicht ausreichend Fachwissen über dieses Thema oder verdient in irgendeiner Weise an tierlichen Produkten.

 

Natürlich ist schwer herauszufinden, ob oder in welcher Beziehung oder gar Abhängigkeit die Autorin des Artikels Simone Rau mit der Tierindustrie steht. Im einfachsten Fall sind die Ursachen fehlendes Wissen, Halbwissen oder einfach nur Hass auf den Veganismus, der einem so schonungslos die eigenen Untaten an den Tieren, an der Umwelt, am Klima und an den Hungernden aufzeigt. Qualitätsjournalismus sieht jedenfalls anders aus. Es stellt sich auch die Frage, warum eine unterlassene Krebsbehandlung bei einem Kind mit der veganen Ernährung verknüpft wird. Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang, dass ausgerechnet am gleichen Tag auch Radiostationen und das Fernsehen das Thema aufgriffen, so dass sich der Eindruck aufdrängt, dass es sich um eine von der Tierindustrie initiierte Kampagne gegen den Veganismus handeln könnte, für die (auf welche Weise auch immer) willfährige Journalisten eingespannt wurden, um dem Veganismus zu schaden und dem Absatz von Tierqualprodukten zu nutzen. Die Macht der Tierindustrie ist so extrem gross, dass sie sogar ihre Marketingfachleute in der Eidgenössischen Ernährungskommission sitzen haben, die die oberste staatliche Instanz für Ernährungsempfehlungen darstellt! Man muss sich das einmal auf der Zunge zergehen lassen: Marketingfachleute der Fleischindustrie sitzen in einer „Experten“kommission, die offizielle Ernährungsempfehlungen für die Bevölkerung herausgibt und die Politiker berät! Quelle: http://www.vegetarismus.ch/heft/2010-2/eek.htm

 

Sogar der ehemalige US-Präsident Bill Clinton hat erkannt, dass er nur durch die vegane Ernährung eine Chance auf ein gesundes Leben hat, was er in mehreren Interviews zusammen mit seinen Ärzten immer wieder betont hat:

 

http://www.youtube.com/watch?v=Nd2svo4qysk

 

Hier noch interessante Webseiten über vegane Kinder und die gesundheitlichen Vorteile einer veganen Ernährung für Kinder: