DR. MED. HENRICH
PROVEGAN STIFTUNG
www.ProVegan.info

Auch Agrosprit bedeutet Hunger

Wer an der Zapfsäule E10-Benzin oder Diesel in seinen Wagen füllt, sollte daran denken: Gerade läuft auch Essen in seinen Tank – Weizen, Zucker und Raps, zwangsweise beigemischt als Agrosprit. Dies bedeutet Hunger für Menschen weltweit, etwa in Burkina Faso, Guatemala und Indonesien. Denn umso mehr Nahrungsmittel für den Tank angebaut werden, desto teurer werden sie auf dem Weltmarkt. Und Familien, die schon jetzt beinahe ihr gesamtes Einkommen für Essen ausgeben, können es sich dann schlicht nicht mehr leisten.

 

Aus diesem Grund plant die EU-Kommission, den Einsatz von Agrosprit einzudämmen. 2020 soll mit der Agrosprit-Förderung ganz Schluss sein. Schon diesen Freitag verhandeln die Vertreter der EU-Staaten den Plan. Deutschlands Stimme ist dabei entscheidend. Doch Umweltminister Peter Altmaier und Kanzlerin Angela Merkel wollen still und heimlich dagegen stimmen, während die Koalitionsverhandlungen die Schlagzeilen bestimmen. Dieses Plan können wir durchkreuzen – wenn wir jetzt klarmachen, dass die Bürger/innen Hungersprit nicht länger dulden.

 

Alle fünf Sekunden verhungert ein Kind. Agrosprit sei deshalb ein „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, sagt der frühere UN-Sonderbeauftragte für das Recht auf Nahrung, Jean Ziegler. 90 Prozent der EU-Biokraftstoffe werden aus essbaren Pflanzen hergestellt. Würde die EU auf die Beimischung verzichten, könnten mehr als 120 Millionen Menschen von der dadurch verfügbaren Nahrung satt werden.

 

Deutschland ist der größte Hersteller und Verbraucher von Agrosprit in der Europäischen Union. Hierzulande werden vor allem heimischer Raps, aber zunehmend auch Palmöl aus Übersee verspritet. Statt den Agrosprit-Anteil von derzeit fünf Prozent in der EU zu senken, will die Merkel-Regierung ihn sogar erhöhen – und Subventionen bis zum Jahr 2030 garantieren, zehn Jahre länger als bisher geplant. Wir können das gemeinsam verhindern, wenn wir jetzt aktiv werden.

 

Zudem sollten wir nicht vergessen, dass Tierprodukte auf dem Teller der grösste Verursacher von Hunger und Hungertod sind und dass täglich ca. 40.000 Kinder an Hunger sterben, während ca. 40 % der weltweit gefangenen Fische, ca. 50 % der weltweiten Getreideernte und ca. 90 % der weltweiten Sojaernte an die „Nutztiere“ der Fleisch- und Milchindustrie verfüttert werden, was zum grossen Teil sogar aus den „Hungerländern“ stammt (80 % der hungernden Kinder leben in Ländern, die einen Nahrungsüberschuss produzieren, doch die Kinder bleiben hungrig und verhungern, weil der Getreideüberschuss an Tiere verfüttert bzw. exportiert wird).

 

Petition:

 

https://www.campact.de/agrosprit/appell/teilnehmen/?utm_campaign=%2Fagrosprit%2F&utm_term=Hier+klicken+und+online+unterzeichnen...&utm_content=random-b&utm_source=%2Fagrosprit%2Fappell%2F&utm_medium=Email