DR. MED. HENRICH
PROVEGAN STIFTUNG
www.ProVegan.info

„Ich lebe schon lange vegetarisch aus ethischen, moralischen Gründen, aber vor Allem aus der Liebe zur Schöpfung.“

Diese Woche erhielt ich eine Freundschaftsanfrage auf Facebook mit dem Hinweis:

 

„Auf eine gute Freundschaft, danke für deine Bestätigung, lebe „noch nicht vegan“, aber schon lange vegetarisch aus ethischen, moralischen Gründen, aber vor Allem aus der Liebe zur Schöpfung.“

 

Meine Reaktion:

 

Wie ist das möglich, „vegetarisch aus ethischen, moralischen Gründen, aber vor allem aus der Liebe zur Schöpfung“ zu leben? Offen gesagt verstehe ich das nicht, da Milchprodukte und Eier die schlimmsten Tierqualprodukte darstellen: Die „Milchkühe“ sind in kurzer Zeit durch die ständige Milchproduktion verbraucht und werden geschlachtet, wenn aus den ausgelaugten Tieren nicht mehr genug Milch herauszuholen ist. Statt einer normalen Lebensspanne von etwa 25 – 30 Jahren werden die ausgelaugten „Milchkühe“ schon nach 4 – 5 Jahren „entsorgt“. Jährlich werden die Kühe geschwängert, damit der Milchfluss nicht versiegt. Denn nur nach der Geburt eines Kälbchens gibt eine Kuh Milch. Nach der Geburt werden Mutter und Kind getrennt, was einen traumatischen Trennungsschmerz bei beiden auslöst. Dieser Trennungsschmerz ist aufgrund der angeborenen Instinkte so dramatisch, dass sowohl die Kuh als auch ihr Kälbchen noch tagelang wimmern. Aber auch für die Kälbchen ist der Leidensweg noch nicht zu Ende. Die weiblichen Kälbchen kommen in die Milchproduktion, wo sie ihre ausgelaugten Mütter ersetzen. Auch diese Kälbchen sind dann im Teufelskreis von erzwungener Schwangerschaft, körperlicher Auszehrung durch intensiven Milchentzug, Geburt und traumatischem Trennungsschmerz für die Zeit ihres nur kurzen Lebens gefangen. Die männlichen Tiere werden in kleinen, dunklen Ställen für die Fleischproduktion gemästet, oftmals in Boxen, die kaum grösser als ihr Körper sind. Da aber weltweit viel zu viele Kälber produziert werden, vernichtet man diese einfach in sogenannten „Herodesschlachthöfen“. Diese Grausamkeiten geschehen nur deshalb, weil die Verbraucher nach Milch und Milchprodukte verlangen. Milch und Milchprodukte, deren verheerende Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit inzwischen durch unzählige wissenschaftliche Studien aufgezeigt werden konnten. Im Video: http://veg-tv.info/Meet_your_Milk

 

Die Tierquälerei für die Produktion von Eiern in den weltweiten Legehennenhaltungen ist bekannt und sogar vom deutschen Verfassungsgericht als Tierquälerei bezeichnet worden (sogenanntes „Legehennenurteil“). Trotzdem geht die Quälerei weiter. Aber auch die Massenhaltung von Legehennen am Boden in der Biolandwirtschaft ist nicht artgerecht und klare Tierquälerei. Da nur weibliche Hühner Eier legen, aber aus den bebrüteten Eiern genauso viele männliche wie weibliche Küken entstehen, werden die männlichen Küken als „nutzloser Abfall“ vergast oder in einem Schredder lebendig zermust. Zur „Hühnchenfleischproduktion“ taugen diese männlichen Küken nicht. Denn zur Fleischproduktion gibt es spezielle Hühnerrassen. Die tägliche Vernichtung von Tierkindern ist völlig normal (auch in der Biolandwirtschaft) und die alltägliche Realität unter den „Tierschutz“-Gesetzen dieser Welt, weil Verbraucher die Cholesterinbombe Ei verzehren möchten. Im Video: http://veg-tv.info/Küken_sexen

 

Deshalb verstehe ich nicht, wie „vegetarisch aus ethischen, moralischen Gründen, aber vor Allem aus der Liebe zur Schöpfung“ leben kann. Das geht nur vegan. Vegetarisch zu leben, bedeutet für schlimmste Tierquälerei zu bezahlen und dafür verantwortlich zu sein.

 

Anmerkung: Bevor wieder jemand postet, der Vegetarier sei doch auf einem guten Weg und man müsse ihn dafür loben, bitte Folgendes bedenken: Wenn dieses Lob für einen Vegetarier richtig wäre, dann müssten z. B. auch bei häuslicher Gewalt gegenüber Frauen und Kindern die Täter gelobt werden, wenn sie gnädigerweise „weniger zuschlagen“ oder einen „gewaltfreien Tag ohne Prügel“ einlegen, denn auch diese Schläger „sind auf einem guten Weg“. Die Beispiele liessen sich um viele andere (moralische) Verbrechen erweitern. Vegetarismus unterscheidet sich ethisch (und gesundheitlich) nicht vom omnivoren Fleischessen. Beides verursacht extremstes Tierleid und einen Massenmord an Tieren.