DR. MED. HENRICH
PROVEGAN STIFTUNG
www.ProVegan.info

Wieder manipulative Zeitungsartikel zur veganen Kinderernährung

Aktuell erscheinen Zeitungsberichte über ein Elternpaar in Australien, das ihr Kind offensichtlich falsch vegan ernährte. Das Perfide an all diesen Artikeln ist aber, dass die vegane Kinderernährung an sich als Ursache für die gesundheitlichen Probleme des Kindes dargestellt wird und nicht wahrheitsgemäss eine offensichtlich falsch durchgeführte vegane Ernährung. So haben die Artikel auch keinen Informationswert für die Leser, weil daraus nicht hervorgeht, was schiefgelaufen ist. Wurde das Kind gestillt? Falls ja, wie lange? Wurden Vitamin B12 und Vitamin D gegeben? Leider werden die Leser durch solche manipulativen Artikel, die die vegane Kinderernährung als grundsätzlich ungeeignet darstellen, verunsichert, so dass sie eine vegane Ernährung ihrer Kinder gar nicht mehr in Betracht ziehen, obwohl es die gesündeste Ernährung auch für Kinder ist. Es stellt eine Tragik dar, dass sich eine ahnungslose Undifferenziertheit in den Köpfen der Journalisten tief eingebrannt hat und mittlerweile zum journalistischen Standard zumindest bei Ernährungsfragen geworden ist. Leider ist es sogar so, dass Journalisten durch Ernährungsbetrüger aus den Bereichen Medizin und Ernährungswissenschaften zumindest aus dem deutschsprachigen Raum noch darin bestärkt werden. Die Aussagen der grössten Ernährungsorganisation der Welt AND mit über 70.000 studierten Ernährungsexperten scheint zumindest im deutschsprachigen Raum gänzlich unbeachtet zu bleiben. Die AND (Academy of Nutrition and Dietetics, Amerikanische Gesellschaft für Ernährung) und die DC (Verband der kanadischen Ernährungswissenschaftler), gaben schon 2003 eine Empfehlung für eine vegane Ernährung in „allen Phasen des Lebenszyklus, einschliesslich Schwangerschaft, Stillzeit, früher und späterer Kindheit und Adoleszenz“ heraus. Schon 2003 waren die Fakten, die für eine vegane Ernährung in jedem Lebensalter sprachen, erdrückend. 2009 bestätigte die AND die Empfehlung erneut. In 2016 gab die AND wieder eine Empfehlung heraus, in der es u. a. heisst:

 

„Es ist die Position der Academy of Nutrition and Dietetics, dass sachgerecht geplante vegetarische Ernährungsformen, einschließlich der veganen Ernährung, gesund sind, ernährungsphysiologisch bedarfsgerecht sind und gesundheitliche Vorteile bei der Prävention und Behandlung von bestimmten Krankheiten bieten. Diese Ernährungsformen eignen sich für alle Phasen des Lebenszyklus, einschließlich Schwangerschaft, Stillzeit, Kleinkindalter, Kindheit, Jugendalter, älteres Erwachsenenalter und für Sportler. Pflanzlich basierte Ernährungsformen sind umweltverträglicher als Kostformen, die reich an tierlichen Produkten sind, weil sie weniger natürliche Ressourcen verbrauchen und mit viel weniger Umweltschäden behaftet sind. Vegetarier und Veganer haben ein verringertes Risiko für bestimmte Erkrankungen wie ischämische Herzkrankheit, Typ 2 Diabetes, Bluthochdruck, bestimmte Arten von Krebs und Fettleibigkeit. Eine niedrige Aufnahme von gesättigten Fettsäuren und eine hohe Zufuhr von Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Sojaprodukten, Nüssen und Samen (alle reich an Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen) sind charakteristisch für vegetarische und vegane Ernährungsformen, die niedrigere Gesamtcholesterin- und LDL-Cholesterin-Werte verursachen und eine bessere Kontrolle der Serum-Glukose ermöglichen. Diese Faktoren leisten einen Beitrag zur Verringerung chronischer Erkrankungen. Veganer benötigen zuverlässige Quellen für Vitamin B 12 wie angereicherte Nahrungsmittel oder Nahrungsergänzungsmittel.“

 

Mehr zur veganen Kinderernährung aus ärztlicher Sicht hier: https://www.provegan.info/de/ernaehrung/kinderernaehrung-und-vegane-schwangerschaften/vegane-kinderernaehrung-und-vegane-schwangerschaften-aus-aerztlicher-sicht/

 

Leider müssen wir davon ausgehen, dass die wir auf absehbare Zeit noch weitere Artikel wie die nachfolgenden ertragen müssen. Alle Artikel stammen – was nicht weiter verwunderlich ist – von der veganfeindlichen dpa. Ob die Schreiberlinge der dpa zu enge Verbindungen zur Tierindustrie pflegen oder wirklich total ahnungslos sind, wäre interessant zu erfahren.

 

https://www.focus.de/gesundheit/news/fall-in-sydney-keine-zaehne-abgemagert-paar-ernaehrt-baby-vegan-nun-wurden-sie-verurteilt_id_11056400.html

 

https://www.morgenpost.de/vermischtes/article226851033/Eltern-wegen-streng-veganer-Ernaehrung-der-Tochter-verurteilt.html

 

https://www.augsburger-allgemeine.de/panorama/Eltern-aus-Sydney-ernaehren-Tochter-streng-vegan-und-wurden-nun-verurteilt-id55236126.html

 

https://www.haz.de/Nachrichten/Panorama/Uebersicht/Eltern-wegen-streng-veganer-Ernaehrung-ihrer-Tochter-verurteilt